Als Level Designer verleiht man der Spielwelt nicht nur Raum und Struktur. Eine spaßige und fordernde Welt zu erschaffen, die den Spieler zur Interaktion mit dieser anregt und die Spielmechaniken gekonnt in Szene setzt, stellt eine weitere Kernanforderung an diesen Bereich dar.

Aufgabengebiete für Level Designer

Für das Level Design ist fast immer eine einzige Person im Team zuständig. Mit folgenden Aufgaben kannst Du hier rechnen:

Structure

Die Struktur einer Spielwelt ist stark abhängig vom Game Design und daher immer individuell zu erarbeiten. Wichtig ist, dass die Welt strukturell in sich schlüssig ist. Ob die Spielwelt den Spieler zu Punkten von Interesse unbewusst hinsteuern lässt oder ihn bewusst verwirren möchte, hängt natürlich von der Intention des Level Designers ab.

Dabei ist es hilfreich, wenn vor dem eigentlichen Bauen der Spielwelt ein Plan bzw. eine Skizze zur Weltstruktur und der in der Welt befindlichen Spielobjekte angefertigt wird. Zum Beispiel die Wege, auf denen der Spielercharakter entlang laufen kann, die Objekte/NPCs mit denen er interagieren kann oder an welcher Stelle Gegner erscheinen. Hier wird dann auch meistens deutlich, welche Assets von den Game Artists benötigt werden. Es ist nämlich auch Aufgabe des Level Designers einen Überblick darüber zu haben, welche Assets noch erstellt werden müssen und dabei im stetigen Austausch mit den Game Artists zu bleiben.

Object Placement

In diesem Schritt wird die geplante Spielwelt im Editor gebaut. Zu Beginn stehen noch keine fertigen Assets zur Verfügung, sodass zuerst mit Platzhalter Objekten hantiert werden muss. Es ist wichtig, dass schnell eine erste Prototyp Welt bzw. ein Prototyp Level erschaffen wird, damit Programmierer und Game Artists ein Gefühl für die Spielwelt bekommen und erste Tests dort durchgeführt werden können. Mit dem Prototyp wird schnell ersichtlich, ob Spielmechaniken wie gewünscht funktionieren oder ob die geplante Struktur abgeändert werden muss.

Ein Level Designer fungiert daher in gewisser Weise auch immer als Playtester, der dann das Feedback an die Programmierer und Game Artists weiterträgt. Sobald fertige Assets verfügbar sind, können die Platzhalter Objekte ersetzt werden und die Spielwelt durch die eigene Kreativität noch weiter verändert werden.

Logic

Eine Spielwelt benötigt meistens auch mehrere Logikansätze, die für verschiedene Spielsituationen notwendig sind. Das können zum Beispiel bewegliche Hindernisse, räumliche Rätsel oder simple Auslösemechanismen wie das Spawnen von Gegnern sein. Diese Situationen müssen beim Bauen der Spielwelt auch berücksichtigt und entsprechend umgesetzt werden. Entweder es steht einem ein geeigneter Editor zur Verfügung, der einem die Möglichkeit gibt, Logik auf Spielobjekte/-bereiche anzuwenden oder man programmiert die Logik von Hand. Hier überschneiden sich zumeist die Aufgaben von Programmierer und Level Designer. Idealerweise verfügt ein Level Designer über fundamentale Programmierkenntnisse, es ist aber nicht zwingend notwendig, da die Logik in Absprache mit den Programmierern realisiert werden kann.

Balancing and Pacing

Ein gutes Balancing ist essentiell für ein rundes Spielerlebnis, erfordert jedoch viel Zeit und Arbeit. Hier ist die Herausforderung, dass sich der Spieler vom Befinden her auf einem Grat zwischen Anspruch und Spaß bewegt. Stimmt das Game Design, wird diese Aufgabe in der Regel einfacher. Es gehört dazu, dass ein Level Designer hier das nötige Feintuning in der Spielwelt übernimmt, da er für das Bauen der Welt zuständig ist. Beispielsweise sollten Weltaufbau und Gegnerplatzierung gut miteinander harmonieren, damit das Spiel fair und fordernd bleibt.

Auch wichtig ist das richtige Pacing des Spiels, welches zumeist Hand in Hand mit einer guten Struktur der Spielwelt einhergeht. Die Anforderungen an den Spieler sollten mit der Zeit stetig wachsen und dabei immer wieder abfallen, sodass jener stets motiviert weiterspielt.

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